Kongress 2008

NEUE GEWALT ODER NEUE WAHRNEHMUNG?

Gewalttaten sind ein Bestandteil der Menschheitsgeschichte, soweit wir sie zurückverfolgen können. Ob aber Phänomenologie und Ausmass der Gewalttätigkeit sich in jüngerer Zeit entscheidend verändert haben, wird in den kriminologischen Wissenschaften, den Medien und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Lässt sich eine vermehrte Gewaltbereitschaft auf Grund empirischer Ergebnisse wirklich belegen oder handelt es sich unter dem Einfluss von Politik und Medien nur um eine andere Wahrnehmung?
Mit diesen Fragen wird sich die Jahrestagung 2008 der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie in Interlaken befassen.
Die Tagung beginnt mit einleitenden Referaten über die Aussagekraft "harter" statistischer Fakten und theoretischen Überlegungen zum Gewaltbegriff. Am zweiten Tag geht es um die Wahrnehmung von Gewalt aus der Sicht des Individuums, der Familie und der Schule. Am Freitag wird die Perspektive dann geöffnet auf die gesamtgesellschaftliche Sichtweise. Die Tagung schliesst ab mit einem Podiumsgespräch über den Umgang mit gemeingefährlichen Straftätern im Spannungsfeld zwischen populistischen Forderungen und Vollzugsrealität.
Die Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie ist überzeugt, dass auch in diesem Jahr wieder eine aufgeschlossene und ungezwungene Atmosphäre in Interlaken einen fruchtbaren Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen und insbesondere auch zwischen Praxis und Wissenschaft ermöglichen wird.

Cornelia Bessler, Benjamin F. Brägger, Volker Dittmann, Daniel Fink, Silvia Steiner, Fabienne Vogler