Kongress 2010

STRAFJUSTIZ ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT

Die Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie thematisiert damit ein aktuell brisantes Problem an ihrer Tagung 2010. Die öffentliche Diskussion zeigt immer wieder, dass hohe Ansprüche an die Strafjustiz gestellt werden. Die Ansprüche sind zudem vielfältig: Mit adäquaten Massnahmen ist die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten, mit angemessenen Sanktionen verurteilten Straftätern ihre Schuld vor Augen zu führen und mögliche Straftäter abzuschrecken, mit der Vermögenseinziehung ist die Volksweisheit zu bestätigen, dass sich kein Verbrechen lohnt, mit Geldleistungen ist den Opfern Genugtuung zu bieten, mit dem Angebot einer unentgeltlichen Verteidigung die Waffengleichheit herzustellen, mit zunehmend umfangreichen und teuren forensischen Gutachten ist der Informationsstand der Richterinnen und Richter zu verbessern. Nur: Stimmen die Erwartungen der Öffentlichkeit mit dem gesetzgeberischen Auftrag überein? Sind die Ziele mit den zur Verfügung stehenden Mittel überhaupt zu erreichen? Wo werden in der Praxis Abstriche gemacht? Nach welchen – nicht gesetzlich festgelegten – Kriterien? Wo liegt die Schmerzgrenze? An dieser Tagung sind die einschlägigen wissenschaftlichen Experten und kundigen Praktiker eingeladen. Sie werden Fakten bieten, ihre Erfahrungen berichten, Lösungsvorschläge machen und miteinander – gemeinsam mit dem Publikum – darüber diskutieren. Wir freuen uns, Sie im Namen der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie in Interlaken willkommen zu heissen!


Für das Organisationskomitee Nadja Capus und Jean-Luc Bacher